copyright ©2004 A. Zuiderent
Achtung: Die
Ahnentafel findet man unter “ Kwartierstaat“
Herkunft der Familie Zuiderent
Verbindungen mit dem Mittelalter
Vergleich mit einer Schweizer
Ahnentafel
b) Eine jüngere Verbindung zum
Waadtland
c) Die Nellenburger im Thurgau,
Zürichgau und in Schaffhausen
d) Eine exotische Verbindung mit der
Schweiz
Anhang: Übersetzungstabelle NL-D
Eine
Schweizer Homepage in niederländischer Sprache ist nicht alltäglich. Es ist das
Ergebnis der Ahnenforschung über unsere seit 1966 im Kanton Zug in der Schweiz
lebende Familie, die aus Holland stammt. Da der Grossteil der genealogischen
Daten aus niederländischen Archiven, Zeitschriften, Internetseiten und
Diskussionsforen zusammengesucht ist, sind die Texte in niederländischer
Sprache abgefasst. Nur so ist eine Kommunikation mit fernen Verwandten und
Forscherkollegen gewährleistet. Sind Sie dennoch interessiert? Dann gibt es als
Anhang für Sie eine Übersetzungstabelle einiger
verwendeter Begriffe.
Die Familie Zuiderent ist eine relativ kleines Geschlecht (kaum 100 Namensträger), stammend aus dem Dorf Maasland zwischen Rotterdam und Den Haag. Kürzlich hat ein DNA Test ausgewiesen, dass schon im 11. Jahrhundert Mitglieder der Familie in der Stadt Vlaardingen, westlich von Rotterdam, gewohnt haben. Siehe den entsprechenden Pressebericht von 07.07.2007.
Der bislang
ältest bekannte Zuiderent war Willem Jorisz, geb. ca. 1520, ein Bauer mit recht
viel Land in Maasland, ein Nachbardorf von Vlaardingen. Sein Sohn Cornelis
Willemsz führte als Erster den Nachnamen Zuiderent, damals als Suijderent oder
Van Zuijdereijnt geschrieben. Mit der DNA-Untersuchung wurde der Stambaum somit
um etwa 500 Jahren verlängert, allerdings ohne Namen oder weiteren Angaben zu
den einzelnen Ahnen.
Dies ist
jedoch keine Genealogie oder Stammbaum des Geschlechts Zuiderent, sondern eine
Ahnentafel mit sämtlichen bekannten Ahnen unserer Kinder. Dies führt zu einer
Vielfalt von Familiennamen, da jeweils der Name der Frau dazu kommt. Bei den 4
Grosseltern spricht man im Niederländischen von 4 “Kwartieren“ (= Ahnenplätze),
bei den Urgrosseltern sind es 8 Kwartiere u.s.w. Eine Ahnentafel wird deshalb
in Holland “Kwartierstaat“ genannt. Bei der Nummerierung einer Ahnentafel trägt
der Vater immer die doppelte Nummer des Sohnes oder der Tochter, seine Frau
trägt eine um eins höhere Nummer. Die Eltern von Person 3 im folgenden Schema
tragen somit die “Kwartiernummer“ (= Ahnenplatznummer) 6 und 7.
Generation
1 Generation 2 Generation 3
4. J. Zuiderent
I 5.
J. Monster
I 6.
G. van Wijgerden
7.
A. Baars
In den oben
genannten 4 Familien (Zuiderent, Monster, van Wijgerden und Baars) findet man
hauptsächlich selbständig Erwerbende, wie Bauern, Kaufleute und
Gewerbetreibende. Diese Geschlechter stammen ursprünglich aus dem Gebiet des
Rhein- und Maasdeltas, wo der Kampf gegen das Wasser Jahrhunderte lang an der
Tagesordnung war. Wir sehen deshalb unter den Ahnen vielfach Leute, die mit der
Bekämpfung des Wassers zu tun hatten, sei es bei der Trockenlegung neuer
Gebiete oder bei der Verwaltung der Polder, wo wir rund 140 Ahnen als
Deichschöffe (Polderräte) und deren 40 als Deichgraf begegnen. Öffentliche
Ämter sind überhaupt gut vertreten, man findet mehr als 250 Schöffe, d.h.
Mitglieder der lokalen Verwaltung und des Gerichts, während rund 70 Ahnen
diesen Gerichten und der Lokalverwaltung als Schultheiss vorstanden. Bei der
grossen Breite einer solchen Ahnentafel findet man natürlich auch andere
Berufe, so begegnen wir Leute die als Dorfschulmeister, “Chirurgijn“ (Arzt und
Barbier), Müller oder Brauer durch das Leben gingen oder auch als Tuchhändler,
Steuereintreiber oder Pfarrer (einer wurde sogar von Rembrandt verewigt). Dann
und wann tauchen Ausländer auf, besonders aus Deutschland (Land von Kleve,
Wuppertal), Belgien und Frankreich (geflüchtete Hugenotten) aber auch ein
englischer Seemann, ein spanischer Soldat und ein norwegischer Tuchhändler.
Es
ist nicht gelungen via die normale bürgerliche Linie eine Schweizer Abstammung
zu entdecken, obwohl viele Schweizer in den Niederlanden als Soldat gedient
haben. Zwar taucht ca. 1550 (Generation 15, Ahnenplatz 13'408) ein Geschlecht
mit dem Namen Rosa auf, wovon lange Zeit gedacht wurde dass es aus Spanien,
Italien oder aus der Schweiz stammen würde, was sich aber neuerdings als falsch
herausgestellt hat. Geht man weiter zurück bis ins Mittelalter, dann gibt es
leider fast keine Dokumente über Berufsgruppen wie Soldaten, Bauern und
Handwerker. Bei den älteren Generationen kommt man nur weiter, wenn man
Verbindungen zum damaligen Adel findet, wo die Geschlechter besser dokumentiert
sind. Erst in diesem Bereich wurden einige Verbindungen mit der Schweiz
gefunden, siehe weiter unten.
Die
theoretische Anzahl Ahnen pro Generation nimmt exponentiell zu: es gibt 4
Grosseltern, 8 Urgrosseltern, 16 Ahnen in Generation 5, 32 in Generation 6 usw.
Dies bedeutet immer grössere Generationen: in Generation 21 wird die
Millionengrenze überschritten, in Generation 31 sogar die Milliardengrenze. In
der Zeit Karl des Grossen (Charlemagne) sind wir bei Generation 38 angekommen,
eine Generation von (theoretisch) rund 140 Milliarden Ahnen. Europa hatte in
dieser Zeitperiode (um das Jahr 800) jedoch maximal 40 Millionen Einwohner. Es
müssen also immer wieder Verwandte miteinander geheiratet haben, weshalb
verschiedene Ahnenplätze durch die gleichen Personen besetzt werden. Dieses
Phänomen nennt man Ahnenverlust. Somit ist auch klar, dass es keine
Besonderheit ist, wenn man von Karl dem Grossen abstammt, bei einem Grossteil
der heutigen Bevölkerung wird dies der Fall sein. Das Problem ist nur, dies zu
beweisen, was praktisch – mit viel Glück – nur gelingt, wenn eine grosse
Ahnentafel erstellt wird.
Für
die ganze Ahnentafel, bestehend aus 45 Generationen, beträgt der Ahnenverlust
sogar 97%. Hier belegen 6600 Personen die unglaubliche Anzahl von 234000
Ahnenplätzen, 35 x soviel also (Version April 06). Dies mag unwahrscheinlich
klingen, aber wenn im Jahre 800 etwa 40 Millionen potentielle Ahnen 140
Milliarden Ahnenplätze liefern mussten, so ergibt dies einen Faktor 3500. Wenn
wir alle Ahnen auffinden könnten, so wäre der Ahnenverlust bestimmt noch viel
grösser. Schon in dieser Ahnentafel kommt Karl der Grosse fast 4000 mal vor.
Dies ist nicht sofort ersichtlich, weil sich wiederholende Personen der
Lesbarkeit wegen nicht aufgeführt sind.
Es sind in
dieser Ahnentafel grob 3 Teile zu unterscheiden. Die ersten 17 Generationen
beziehen sich fast ausschliesslich auf Holland, zwischen Generation 17 und 20
werden die Daten der bürgerlichen Familien immer spärlicher, währenddem einige
Verbindungen mit dem mittelalterlichen Adel in die Lücke springen. In den
Generationen 21 bis 45 begegnet man – wegen fehlender Dokumentation über
Bürgerfamilien – praktisch nur noch Adelsgeschlechtern. Durch die Heiratsverbindungen zwischen diesen
Geschlechtern auf europäischem Niveau nehmen die ausländischen Familien in
Anzahl zu. Man findet Familien aus ganz West-Europa, auch aus Deutschland und
in den ältesten Generationen sogar aus der Schweiz.
In der
Schweiz publizierte der Genealoge Dr. Wilhelm Heinrich Ruoff in 1939 die
bekannte Ahnentafel Rübel-Blass. Der Umfang dieser Zürcher Ahnentafel ist noch
um einiges grösser als der vorliegende und sie wurde selbstverständlich ohne
Computerunterstützung erstellt. Auch bei Rübel-Blass gibt es zahllose
Verbindungen mit den adligen Geschlechter des Mittelalters, es sollte gemäss
Angabe der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich kaum einen
Stadtzürcher geben, der nicht über diese Ahnentafel den Anschluss an den
europäischen Hochadel nachweisen kann.
Interessanterweise
wurden auch bei der Ahnentafel Rübel-Blass Kalkulationen durchgeführt.
Vergleicht man diese mit meinen Kalkulationen an der Version vom 05.04.2006, so bekommt
man folgendes Bild:
|
|
Rübel-Blass Version 1939 |
Zuiderent-van Wijgerden Version 05.04.2006 |
|
Anzahl
Ahnen (Personen) |
11’000 |
6’600 |
|
Anzahl
Ahnenplätze (“Kwartiere“) |
2'400’000 |
234’000 |
|
Quotient:
“Ahnenverlustquotient“ |
218 |
35 |
|
Anzahl Zählungen
Karls des Grossen |
42’500 |
3’700 |
Im
Gegensatz zum Tafel Rübel-Blass gilt die Ahnentafel Zuiderent-van Wijgerden
(noch) nicht als fertig, es können sicher noch manche Ahnenplätze, besonders im
adligen Teil zugefügt werden. Gerade dort sorgen die zahllose Querverbindungen
für eine Vergrösserung des “Ahnenverlustquotiens“, d.h. der durchschnittlichen
Anzahl Ahnenplätze pro Person.
Es ist
klar, dass es über den Hochadel zahllose Verwandtschaften zwischen beiden
Ahnentafeln geben muss. Verwandtschaften in den bürgerlichen Schichten sind
weniger zu erwarten aber wahrscheinlich wohl vorhanden. So stammt z.B.
interessanterweise das Geschlecht Rübel aus der Elberfelder Elite von
Textilkaufleuten und Garenbleicher, genauso wie die Familie Üllenberg in der
Ahnentafel Zuiderent-van Wijgerden. Der gleiche Edmund Strutz, der die “Geschichte der Rübel von Elberfeld“
geschrieben hat, beschreibt die Familie Üllenberg in “Die Ahnentafel der
Elberfelder Bürgermeister und Stadtrichter“. Eine Verwandtschaft zwischen
diesen Elberfelder Familien ist nicht ausgeschlossen, aus sicht der damaligen
Heiratsgewohnheiten sogar zu erwarten, war doch Elberfeld (heute ein Teil
Wuppertals) anfangs des 17. Jahrhunderts ein Städtchen mit kaum mehr als 2000
Einwohnern.
Wie schon
erwähnt, wurden nur Verbindungen mit der Schweiz gefunden, die über den
mittelalterlichen Adel laufen. Es gibt namentlich 2 Familien in der Ahnentafel,
die eng mit der Geschichte der Schweiz (die ja nicht erst mit Wilhelm Tell
angefangen hat) verbunden sind. Die bei der zweiten Familie genannte Insel
Ufenau liegt sogar nur eine halbe Autostunde von unserem Wohnort Steinhausen
entfernt, fast ein “back to the roots“ also….
Von
diesen beiden Geschlechtern führen mehrere Verbindungen zu unserer jetzigen
Familie, bei Reginlinde über Kinder aus Ihren beiden Ehen und zwar zu allen
vier Grosseltern (Generation 3). Als Beispiel dafür, wie eine solche Linie
verlaufen kann, ist hier eine Verbindung gezeigt, die von beiden genannten
Familien – die, wie man sieht, schon bald untereinander heirateten – bis in die
Gegenwart führt.
Wallis/Westschweiz Zürich/Zentralschweiz
Rudolf I von
Hochburgund & Willa Reginlinde im Zürichgau & Burchard II von Schwaben ( -926)
I
Hl.
Adelheid von Burgund & Kaiser Otto der Grosse (von Sachsen)
I
I
I
I
Richardis
von Wittelsbach & Graf Otto I von Gelre
Aleida von
Gelre & Graf Willem I von Holland (-1222)
Graf Floris
IV von Holland & Machteld von Brabant
Dieses
Beispiel zeigt auch, wie die verschiedenen sozialen Schichten auseinander
hervorgehen können. Zwar geht es auf den ersten Blick nur von oben nach unten,
eines sozialen Abstieges gleich. Wenn man jedoch bedenkt, dass sich die
politische Macht ebenfalls vom Adel über die Patrizier zum Bürgertum verschoben
hat, so zeigt sich vielleicht auch eine bestimmte Anpassungsfähigkeit an die
herrschenden Verhältnisse…
Bei der
weiteren Forschung wurde noch eine Verbindung zur Schweiz gefunden, die erst
rund 1300 (also kurz nach der Geburtsstunde der Eidgenossenschaft in 1291)
abzweigt via Deutschland nach Holland um nach 20 Generationen wieder in die
Schweiz zurückzukehren. Es handelt sich um das Geschlecht der Grafen von
Savoyen, die ihr Herrschaftsgebiet später bis in die Waadt ausdehnten. Die hier gezeigte Abstammungslinie fängt mit
Amadeus III von Savoyen an, aber auch sein Urgrossvater Otto von Savoyen war
schon mit der Schweiz verbunden als Graf von Chablais, während dessen Bruder
Aimon Bischof von Sitten und Abt von St. Maurice im Wallis war. Zudem war Ottos
Mutter wahrscheinlich eine Tochter des Arnold I von Lenzburg.
Graf Amadeus III von Savoyen & Mathilde von Albon
Amadeus stiftete mehrere Kloster, u. A.
Abondance in Chablais. War Laienabt und Vogt von St-Maurice im Wallis. Erweiterte sein Herrschaftsgebiet
bis in die Waadt mit Vevey und Yverdon. Starb 1148 in Nicosia, Zypern auf dem
Rückweg vom Zweiten Kreuzzug.
I
Graf
Humbert III von Savoyen (1136/89) & Beatrix von Maçon
I
Graf Thomas I von Savoyen (1178/1233) & Beatrix
(Margarete) von Genf
Dehnte seinen
Einflussbereich in die Waadt aus auf Kosten der Zähringer und des Bischofs von
Lausanne.
I
Graf Thomas II von Savoyen-Vaud (1199/1259) & Beatrice Fieschi
War anfänglich
Geistlicher, u.a. Domherr von Lausanne 1224. Später vorübergehend durch Heirat
Graf von Flandern und Hennegau und nachher Graf von Savoyen 1253.
I
Ludwig I von Savoyen-Vaud & Jeanne von Montfort Baron der Waadt
Baron der Waadt 1286. Bruder des Grafen Amadeus V der Grosse, unter
dessen Schutz sich Bern in 1291 stellte, nachdem Rudolf I von Habsburg
gestorben war.
I
Margaretha von Savoyen-Vaud & Simon von Saarbrücken (letzte “Schweizerin“)
I
Mathilde
von Saarbrücken & Graf Simon I von Salm (-1346) Graf von Obersalm
I
Graf Johann von
Salm (-1401) & NN „
I *
Sophia von Salm & Willem Roelofs van Dalem (-1422) Knappe,
Herr von Dongen (NL)
I
Roelof Willems van Dalem van Dongen (-1479) & Engel “
I
Jan Roelofs van Dalem van Dongen (-1491) & Dierbant Wolfs Brauer, Schultheiss
I
I
Maria van Dongen
& Peter Cornelis van Ghilse (-1585) Brauer,
Schöffe
I
Christoffel Peter Cornelis van Ghilse (-1630) & Elisabeth Cock Brauer, Bürgermeister
I
Hendrick Stoffels van Gils (-1669) & Aleydt Hendricks de Bie Landwirt, Bürgermeister
I
Cornelis Hendricks van Gils (-1680) & Mayke Laurens van den Hout “
I
Alida van Gils & Dirk Adriaens Oerlemans (-1723) Schöffe,
Polderrat
I
Adriaan Dircks Oerlemans (-1750) & Catharina Glavimans Landwirt
I
Dirk Adriaans Oerlemans (-1778) & Adriana de Jong “
I
Jan Dirks Oerlemans (1752/1825) & Cornelia Fokx Schuster
I
Adriana
Jans Oerlemans (1781/1862) & Arie Hendriks Mol Landwirt, Gemeinderat
Pieternella Mol (1818/91) & Aart Zuiderent Schmied
I
Bastiaan
Zuiderent (1857/1930) & Grietje de Geus Bäcker,
Landwirt
I
Aart Zuiderent
(1884/1968) & Adriaantje den Hartigh Malermeister
I
Jacob Bastiaan
Zuiderent (1910/92) & Jannetje Monster “
I
Arnoldus
Zuiderent & Plony N. M. van Wijgerden Ingenieur (>
in die Schweiz)
* =
nicht 100% bewiesen
Auch
hier zeigt sich, wie manchmal Adlige mit der Zeit zu normalen Bürgern werden
können. Im 16. Jahrhundert brauen die niederländischen Nachkommen der Savoyer
fröhlich Bier und bekleiden nebenbei noch lukrative öffentliche Ämter.
Vielleicht sind sie dabei sogar glücklicher als die Nachkommen der Hauptlinie
der Savoyer, die inzwischen politisch so geschwächt wurden, dass der Berner
Hans Frans Nägeli sie in 1536 aus der Waadt vertreiben kann….
Eine
weitere Verbindung mit der Schweiz führt von der Nord-Ost Schweiz über
Deutschland zu Amsterdam. Das Geschlecht der Nellenburger war schon früh mit der Schweiz verbunden. Der erst bekannte
Vorfahre der Nellenburger,
Eberhard trat 889 als Zeuge im
Zürichgau auf. Seit 950 bauten sie ihre dortige Machtstellung durch den
zeitweisen Erwerb der Grafschaft im Thurgau (erstmals 957), der Reichsvogtei von
Zürich (955, 964/68), und der Vogteien der Klöster Einsiedeln (973-1029/30) und
Reichenau (983,1024) weiter aus. So war Eberhard
V (Eppo) von Nellenburg Graf im Zürichgau und Vogt des Klosters Einsiedeln,
bis er es in 1029 – wahrscheinlich aus Rache – überfallen und niedergebrannt
hat. Sein Sohn Eberhard VI “der Selige“, Graf im Zürichgau
("comes Turgie provincie") in 1050, bekam 1045 das Münzrecht für
Schaffhausen, gründete dort in 1050 das Benediktinerkloster Allerheiligen,
verlor jedoch 1078 die Grafschaft Zürichgau wegen seiner Papsttreue beim
Investiturstreit an die Lenzburger. Sein Enkel Adalbert von Mörsperg erbte
von seinem Schwiegervater u.A. das Schloss Mörsberg/Morimont in Oberlarg
(Elsass) bei Delémont und baute die Mörsburg bei Winterthur zu einer starken
Feste aus. Über seine (einzige) Tochter Mechtild van Mörsperg kamen seine Güter
in den Besitz der Grafen von Sponheim (Rheinland-Pfalz).
Eberard V (Eppo) von Nellenburg & Hedwig
(von Egisheim) Graf im Zürichgau
I
Eberhard VI
"der Selige" von Nellenburg (-1078) & Ita „
I
NN von
Nellenburg & NN
I
Adalbert von Mörsperg (-1125) & (Mechthild) van Bar Mömpelgard Graf von Mörsberg
I
Mechthild von Mörsperg & Meginhard von Sponheim Graf von
Sponheim
I
Gottfried I von
Sponheim (- ca. 1159) & NN „
I
Gottfried
II von Sponheim & NN „
I
Gottfried
III von Sponheim (-1223) & Adelheid von Sayn „
I
Johan I von
Sponheim & NN von Altena-Isenberg „
I
Gottfried I
von Sponheim-Sayn (-1283) & Jutta von Isenburg (-Arenfels) Graf von Sayn
I
Engelbert I
von Sayn-Homburg & Jutta von (Nieder-) Isenburg Herr von Homburg
I
Gottfried
II von Sayn-Homburg (-1353) & Maria von Dollendorf „
I
Jutta von
Sayn & Adolf III von Grafschaft (-1381) Herr
von Ereshoven
I
Jutta von
Grafschaft & Willem von Nesselrode (-ca.1415) „
I
Wilhelm von
Nesselrode Stein & Swenolt von Landsberg (-1440) „
I
Swenolt von
Nesselrode & Albert van Gevertzhain gt. Lützenrode Amtman van Schönstein
I
Margaretha von Gevertzhain gt. Lützenrode & Wilhelm III von Bernsau Herr von Bernsau, Marschall
I
Ludwig von
Bernsau (-1535) & Agnes von Eyl Herr
von Hardenberg
I
Wilhelm V
von Bernsau (-1572) & NN Herr
von Hardenberg, Marschall
I
Heinrich
Bernsau (-1617) & Anna Vette von Saurenhaus Rentmeister
I
Maria
Bernsau & Konrad Spieker (1594/1673) Kaufmann in Elberfeld (Wuppertal)
I
Anna
Katharina Spieker & Gottfried Üllenberg (1609/72) Kaufmann in Elberfeld
I
Johann
Gottfried Üllenberg (1663/1749) & Katharina Wichelhausen “
“
I
Engelbert
Üllenberg (1706/75) & Maria Katharina Langerfeldt Kaufmann in Elberfeld, Bürgermeister
I
Johannes
Engelbertus Ullenberg (1738/90) & Teuntje Buys Kaufmann in Amsterdam
I
Elsje Ullenberg
& Henricus Francois la Verge (1761/1817) “
“
I
Johannes
Engelbertus la Verge & Evertje Versteegh (1809/91) Landwirt
I
Pietronella
Margaretha la Verge & Abraham den Boesterd “
I
Evertje den
Boesterd & Wijnand van Wijgerden (1886/1945) Bankdirektor
I
Gijsbert Marius
van Wijgerden (1916/84) & Aaltje
Baars “
I
Plony Nel
Margrete van Wijgerden & Arnoldus Zuiderent (> in die Schweiz)
I
J. G.
Zuiderent / A. J. Zuiderent (Schweiz)
Die
bis jetzt gezeigten Abstammungslinien verliefen zwischen der Schweiz und
Holland geografisch gesehen ohne grosse Umwege. Die nächste Linie jedoch verläuft
via Ungarn über Byzanz (Konstantinopel)
zum Kreuzfahrerkönigreich Jerusalem und führt von dort über Frankreich und
Belgien nach Holland.
Die
Linie fängt beim seit 930 erwähnten Grafengeschlecht von Rheinfelden an, von welchem besonders Graf Rudolf von Rheinfelden Bekanntheit
erlangte, ab 1057 als Herzog von
Schwaben und in 1077 als Deutscher Gegenkönig. Gemäss den “Acra
Murensia“ des Klosters Muri war
dieser Rudolf ein Sohn des Grafen Kuno von Rheinfelden. Da Rudolfs Sohn
Berthold jung starb, kamen via Tochter Agnes die Zähringer in den Besitz eines
Grossteils des Erbes der Rheinfelder. Eine andere Tochter heiratete – wie unten
gezeigt – einen ungarischen König.
Als “Hauskloster” und Grablege für seine
Familie wählte Rudolf Sankt Blasien
im Schwarzwald, wo später seine Frau Adelheid bestattet wurde. Zum Besitz des
Klosters St. Blasien gehörte interessanterweise etwa in der gleichen Zeit (ab
1092) unser Wohnort Steinhausen im
Kanton Zug, wo wahrscheinlich schon damals (aber spätestens in 1173) eine
Kirche und vielleicht auf dem Schlossberg ein Steinbau als Verwaltungssitz für
den St. Blasier-Hof existiert haben soll.
Graf Rudolf
von Rheinfelden (-1080) & Adelheid von Susa
I
Adelheid
von Rheinfelden & König Ladislaus I “der Heilige“ von Ungarn (1040/95)
I
Piroska von Ungarn
& Kaiser Ioannes II Komnenos von Byzanz (1087/1143)
I
Andrenikes Komnenos von Byzanz (1108/42) & Eirane (Aineiadissa)
I
Ioannes Dukas Komnenos von Byzanz (1128/76) & Maria Taronites Dux
von Zypern
I
Maria Komnene von Byzanz & Amalrich I (d’Anjou) von Jerusalem Kreuzfahrerkönig
I
Isabelle I von Jerusalem (-1206) & Heinrich II von Champagne und Brie Kreuzfahrerkönigin
I
Philippine von Champagne & Erhard von Brienne (1170/1246)
I
Isabeau von Brienne & Graf Heinrich V von Grandpré (-1287)
I
Henri von Grandpré (ca. 1240/87) & Isabella von Luxemburg Ritter (F)
I
Gerard von Grandpré (-1356) & Beatrix von Luxemburg
“
I
Thièrry III von Grandpré (-1366) & Agnes de Berlaymont “
I
Philippa von Grandpré
& Gérard I d'Argenteau (-1363) Ritter
(B)
I
Jean I d'Argenteau (-1409) & Jeanne de Horion “
I
Guillaume I d'Argenteau (-1459) & Margarethe de Rochefort “
I
Jacques I d'Argenteau
(-1499) & Elisabeth van Schoonhoven “
I
Elisabeth d'Argenteau
& Joannes von dem Bongart Ritter
(D)
I
Bernard van den Bongard (1500/43) & Lutgard van Wulven Ritter
(NL)
I
Jan van den Bongaert (ca.
1526/88) & Cunera van Lichtenberch Schultheiss
I
Cornelis van den Bongaert (-1619) & Sophia Claesdr Musiker
(Lautenist)
I
Trijntje van den Bongaert & Mels van Cronenburch Schiffer
I
Jan Melsen Croonenburg
& Heiltje Leendertse “
I
Tryntje Jans Croonenburg & Jan Aartse Visser
I
Heyltje Jans Visser
& Pieter Willemse Visser (1685/1749) Landwirt
I
Leendert Visser
(1728/1815) & Geertrui Jongeruiter
“
I
Pieter Visser
(1765/1815) & Maria Niemansverdriet “
I
Adriaantje Visser
(1799/1831) & Cornelis van der Linden “
I
Maaike van der Linden
& Arie Steenbergen (1814/66)
“
I
Bastiaantje Steenbergen & Jacob den Hartigh (1841/1925) “
I
Adriaantje den
Hartigh & Aart Zuiderent (1884/1968) Malermeister
I
Jacob Bastiaan
Zuiderent (1910/92) & Jannetje Monster “
I
Arnoldus
Zuiderent & Plony N. M. van Wijgerden (> in die Schweiz)
Der
Bezug dieser Verbindung zu Steinhausen als damaliger Besitz von Sankt Blasien ist
wohl ein merkwürdiger Zufall. Jedenfalls konnten wir dies nicht ahnen, als wir
uns als Holländer hier niederliessen und uns einbürgern liessen.
Steinhausen,
August 2007, A. Zuiderent
|
Niederländisch |
Deutsch |
|
Aken |
Aachen |
|
abdij |
Abtei |
|
boer |
Bauer |
|
bouwman, bouman (alte Begriffe) |
Bauer |
|
brouwer |
Brauer |
|
burgemeester |
Bürgermeister |
|
buurmeester |
alter Begriff, vgl. (CH) Präsident Bürgergemeinde |
|
brandmeester |
Feuerwehrkommandant |
|
caféhouder |
Gastwirt |
|
Chirurgijn |
“Chirurg“
(Arzt und Barbier) |
|
diaken |
Diakon (Kirchenrat für Soziales) |
|
dijkgraaf |
Deichgraf, Deichvogt, Poldervorstand |
|
Duitsland |
Deutschland |
|
Frankrijk |
Frankreich |
|
geb. |
geboren |
|
ged. (gedoopt) |
getauft |
|
generatie |
Generation |
|
genoemd |
genannt, erwähnt |
|
gesneuveld |
gefallen (in einer Schlacht) |
|
graaf |
Graf |
|
grafzerk |
Grabstein |
|
Gullik |
Jüllich |
|
heemraad |
Deichschöffe, Polderrat |
|
heilige geest meester |
Sozialvorsteher der Gemeinde |
|
Hendrik |
Heinrich |
|
Henegouwen |
Hennegau |
|
herbergier |
Gastwirt |
|
hertog |
Herzog |
|
hij trouwde met NN |
er heiratete NN |
|
impost |
Steuer, erhoben bei amtlicher Handlung |
|
keizer |
Kaiser |
|
kerk |
Kirche |
|
kerkmeester |
Kirchmeier (CH) |
|
Keulen |
Köln |
|
Kleef |
Kleve |
|
kleermaker |
Schneider |
|
koning |
König |
|
koopman |
Kaufmann |
|
koster |
Sigrist |
|
landbouwer |
Landwirt |
|
Leuven (Louvain) |
Löwen |
|
lidmaat |
Kirchenmitglied |
|
Luik (Liège) |
Lüttich |
|
metselaar |
Maurer |
|
Milaan |
Mailand |
|
molenaar |
Müller |
|
mr. |
Meister |
|
na |
nach |
|
Namen |
Namur |
|
ook bekend als (alias) |
auch bekannt als |
|
otr (ondertrouw) |
Anmeldung für Heirat |
|
ouderling |
Kirchenrat, -Älteste |
|
ovl. (overleden) |
gestorben |
|
Parijs |
Paris |
|
pondgaarder, pontgaarder |
Steuereintreiber |
|
ref. nr. |
Datum der letzten Änderung; Quellen |
|
ridder |
Ritter |
|
Rome |
Rom |
|
schepen |
Schöffe |
|
schilder |
Maler |
|
schipper |
Schiffer |
|
schoolmeister |
Schulmeister |
|
schout |
Schultheiss |
|
smid |
Schmied |
|
stedehouder |
Statthalter, Stellvertreter |
|
timmerman |
Zimmermann |
|
tr. (trouwt, trouwde) |
heiratet, heiratete |
|
Turijn |
Turin |
|
van Beieren |
von Bayern |
|
van Saksen |
von Sachsen |
|
vermeld |
(urkundig) erwähnt |
|
Vlaanderen |
Flandern |
|
vlasser |
Flachsbauer |
|
voor |
vor |
|
winkelier |
Ladenbesitzer |
|
zie dezelfde
persoon hierboven in generatie x |
siehe die gleiche Person oben in Generation x |